Unser Konzept

konzept

Vorbemerkung

Nach dem Auszug des Jugendclubs Praunheim (kurz JCP) aus seinen angestammten Räumlichkeiten in 2015 zieht dieser nun Ende 2016, nach einer 1,5 jährlichen Überbrückungsphase, in die ehemaligen Büroräume der alten Praunheimer Werkstätte. Die sich in Alt-Praunheim 2, 60488 Frankfurt, befindenden Räume werden seit Mai 2016 als Wohnunterkunft für geflüchtete Menschen genutzt. Ein der Straße zugewandter Gebäudeteil stellt eine Etage für die Jugendarbeit des Jugendclub Praunheim zur Verfügung. Darüber befinden sich 2 Wohnungen für Menschen die im künstlerischen Bereich tätig sind.

Mit Beginn des Schuljahres 2016/17 hat der Jugendclub Praunheim, in Kooperation mit der „Alten Bäckerei“ von SAZ-Rock, eine Jugendarbeit in der Heinrich Lübke Siedlung aufgenommen. Diese findet an drei Tag pro Woche mit jeweils fünf Stunden Öffnungszeiten statt. An zwei dieser drei Tage stellt der JCP Personal und finanzielle Mittel zur Ausgestaltung der Arbeit. Das Konzept für das Jugendangebot in der Heinrich Lübke Siedlung – Westside 488 – liegt gesondert vor.

 

 

  1. Angaben zum Träger

 

  • Leitbild

Das Leitbild „Selbstverständnis – Ziele – Leitlinien“ des Evangelischen Vereins für Jugensozialarbeit in Frankfurt am Main e.V. ist gesondert beigefügt.

 

  • Erfahrungen im Fachfeld

 

Mit offenen Kinder-, Teenie- und Jugendeinrichtungen, Beratungsangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene, Schul-, Qualifikations- und Ausbildungsprojekten ist der evangelische Verein für Jugendsozialarbeit in Frankfurt am Main e.V. als anerkannter Träger der Jugendhilfe in zahlreichen Stadtteilen vertreten. Der Evangelische Verein für Jugensozialarbeit wurde 1980 gegründet, um insbesondere sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Frankfurt, eine Anlaufstelle zu bieten. Eine Vielzahl an Einrichtungen und Projekten gehören inzwischen zu dem Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit.

Unverändert sind die offenen Kinder- und Jugendhäuser ein wichtiges Standbein. Sport, Kreatives, Musik, Hilfe bei den Hausaufgaben, kompetente Ansprechpartner finden, Ferienprogramm – hier ist vieles möglich.

Zugenommen haben in den vergangenen Jahren die schulischen Angebote des Vereins. Nachmittagsbetreuung, Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei der Orientierung hinsichtlich Ausbildung und Beruf gehören dazu. Eingliederungslehrgänge in die Berufs- und Arbeitswelt, der Lernbetrieb mit den Produktionsbereichen Gastronomie, Handwerk – Farbe und Gestaltung, Schreinerei sowie Büro und Sozialwesen zählen zu den Angeboten des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit in Frankfurt am Main e.V.

 

 

  1. Beschreibung der Ausgangs- und Problemlage

 

Die Jugend ist ein Lebensabschnitt, dem in der heutigen Zeit eine große Bedeutung zugemessen wird. Hierbei ist die Betrachtung der Zukunftsverantwortung aufgrund des demographischen Wandels – bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Neugeborenen in Deutschland um 17% abnehmen, die der über 65-jährigen hingegen um 33% wachsen – lediglich ein Aspekt (vgl. Statistisches Bundesamt 2010: 8). Vielmehr hat sich die Jugend einer Vielzahl an Herausforderungen und Beeinflussungen durch die Medien und die Gesellschaft zu stellen. Sie ist zu einem Leitbild geworden, das die Modewelt bestimmt, als Orientierung in Schönheitsidealen und Dynamik gilt. Zugleich scheint ihr offensichtlich alles möglich zu sein, so zumindest die gesellschaftliche Wahrnehmung. Dennoch entstehen gerade dadurch eine hohe Last und gegebenenfalls eine Überforderung von jungen Menschen. Böhnisch beschreibt die Anforderungen der Gesellschaft an Jugendliche damit, dass diese „offen, flexibel, optionsbereit“ (Böhnisch 2012: 146) und zeitgleich „mit sich identisch (und) sozialemotional geborgen“ (ebd.) sein sollen. Dieses Phänomen der Zwiespältigkeit definiert er mit dem Begriff der „Janusköpfigkeit des Sozialisationsprozesses“ (ebd.).

Die pädagogische Arbeit im Jugendclub Praunheim setzt an diesem Punkt an. Sie schafft Perspektiven ohne Leistungsdruck zu erzeugen. Unsere Aufgabe ist es die Jugendlichen in ihren Bedürfnissen zu adressieren und die benötigte Freiheit für Selbsterfahrungen zu ermöglichen. Der Jugendclub Praunheim soll „bei Mädchen und Jungen die Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, von Eigenständigkeit und Ich-Stärke (..) fördern und ihnen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (..) ermöglichen“ (Jugendhilfeausschuss 2001: 5).

Junge Menschen in ihrer Lebensrealität wahrzunehmen, heißt auch Wissen über den jeweiligen Sozialraum zu besitzen. Der Jugendclub Praunheim blickt auf über 40 Jahre Erfahrung und Netzwerke im Stadtteil zurück. Die Mitarbeitenden achten stets auf eine aktive Netzwerkarbeit um den Sozialraum zu kennen und zu stärken. Teil dieser Arbeit ist eine stete Überprüfung der Bedarfe im Stadtteil durch sozialraumanalytische Methoden.

Gerade durch den Neustart der pädagogische Arbeit des JCP in der ehemaligen Praunheimer Werkstätte bestehen die Hauptaufgaben für 2018 darin mit einer neuen Mitarbeiterschaft, neuen Räumlichkeiten, neuer Trägerschaft, zwei Standorten, neuem Publikum, uvm. die Arbeit im Stadtteil neu anzuwerben. Die Besonderheit an diesem neuen Standort liegt vor allem in der nicht vorhandenen räumlichen Trennung zwischen dem Wohnort der geflüchteten jungen Menschen und dem Jugendclub Praunheim. So kann der Jugendclub Praunheim in Zusammenarbeit mit geflüchteten Menschen auch diese Zielgruppe der offenen Jugendarbeit erreichen.

  1. Zielgruppenbeschreibung

 

Das Angebot im Jugendclub Praunheim richtet sich vornehmlich an junge Menschen (13-19) und nach Bedarf an junge Erwachsene (19-27). Der Jugendclub versteht sich als ein offener und freier Raum für junge Menschen und junge Erwachsene die an seiner Gestaltung maßgeblich beteiligt sind. Eben diese Arbeit soll fortgeführt werden, damit sich, insofern die Notwendigkeit besteht, eine Veränderung der Zielgruppe aus einem bedarfsorientierten, pädagogischen Alltag entwickeln kann und nicht bestimmt wird. Da der Jugendclub seit vielen Jahren erfolgreich projektorientiert arbeitet, konnten immer wieder Gruppen junger Menschen aus dem Stadtteil und den angrenzenden Gebieten gewonnen werden. Die Besucher_innen des JCP sind in jeglicher Hinsicht vielfältig und bringen dadurch Diversität in die Arbeit. Durch den gestiegenen Bedarf Angebote für Geflüchtete junge Menschen bereit zu stellen, und die räumliche Anbindung der Wohnunterkunft an den JCP, rückt diese Zielgruppe der Jugendarbeit besonders in das Bewusstsein der Fachkräfte. Aber auch hier besteht die Zielgruppe aus einer Vielfalt junger Menschen mit gleichermaßen vielfältigen Bedarfen. Eine intersektionelle Perspektive auf die Zielgruppe bleibt unerlässlich.

In besonderer Weise soll erneut die Mädchen[*]arbeit gestärkt werden. In der Vergangenheit war eine stetig hohe Anzahl an Besucherinnen Teil der Arbeit. Junge Frauen für die Arbeit in den Räumlichkeiten des JCP zu begeistern ist somit eine fortgeschriebene Aufgabe und soll eine Geschlechterparität schaffen.

Der Jugendclub Praunheim versteht sich als inklusiv und lebt dies durch seine partizipative Ausrichtung. Inklusion wird als eine „fortgesetzte gesellschaftliche Gestaltungsaufgabe“ (Dannenbeck 2014: 487) verstanden und Differenz als Heterogenität angesehen. Alle jungen Menschen ab 13 Jahren, unabhängig ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, ihrer Glaubensrichtung, ihrer Mobilität oder anderen Differenzmerkmalen sind angesprochen und willkommen.

 

 

  1. Ziele

 

„Jugend will lieber angeregt als unterrichtet sein“ (J.W.Goethe)

Jugendkulturarbeit heißt zum eigenständigen Arbeiten und zu einer autonomen Persönlichkeitsentwicklung anzuregen und dabei zu unterstützen. Wir wollen gemeinsam – als Gruppe – Projekte gestalten. Nur durch einen regen Austausch miteinander kann eine intensive Beziehung zu den Jugendlichen entstehen. Eine Beziehung, die freien Raum für Bedürfnisse schafft. Jedes Teammitglied setzt hierfür einen inhaltlichen Schwerpunkt um. Stetige Kommunikation zwischen den Mitarbeiter_innen und ein gemeinsames Gestalten des Alltags ist uns besonders wichtig. Wir wollen den Jugendlichen Wege aufweisen. Wege, die sie gehen können. Niemand soll aufgeben müssen, bevor es nicht probiert wurde. Vor allem nicht aus Angst vor einem Versagen. Hierfür bedarf es eines gut ausgebildeten Fundus an Kompetenzen. Unser oberstes Ziel ist, dass Jugendliche lernen gesellschaftliche Vorurteile, Stereotype und Machtpositionen im Hinblick auf ethnische, kulturelle oder religiöse Hintergründe, sexuelle Orientierung, die Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft, körperliche und psychische Verfasstheit, Bildung, Alter, Stellung in der Gesellschaft und den entsprechenden Zugang zu Kapital differenziert zu hinterfragen und eine eigene Position hierfür zu entwickeln.

Persönlichkeitskompetenzen wie beispielsweise Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, Kreativität, Ausdauer, Entscheidungsfähigkeit, Empathie und Kommunikationsfähigkeit sind ein elementarer Bestandteil um eine eigene und unabhängige Identität zu entwickeln. Jugendliche sollen lernen sich einzubringen, bewusst zu leben und bewusst zu entscheiden. All das ermöglichen wir in unserem pädagogischen Alltag. Unser Ziel ist all das auch weiterhin gemeinsam zu schaffen.

 

 

  1. Leistungen

 

Seit mehreren Jahrzehnten gibt es ein breites Angebot an Musik-, Video-, offener und Kreativarbeit im Jugendclub. Im offenen Bereich bieten wir regelmäßige Koch-, Film-, & Spieleanachmittage (-abende) an. In den letzten 5 Jahren wurde erreicht, dass die Bildmaterialen in Form von Fotos, Videos, Flyern etc. im Club mit Jugendlichen zusammen erstellt wurden. Diese Partizipationsprojekte sollen auch weiterhin Teil der täglichen Arbeit sein.

Die Musikpädagogische arbeitet bietet eine Unterstützung im Erlernen eines Instrumentes sowie die Betreuung von Bands und Tonaufnahme von Gesang und Instrumenten. Gerade hier partizipiert ein Großteil der Clubbesucher_innen.

Darüber hinaus finden regelmäßige Freizeitangebote in Form von Ausflügen, Workshops, Kreativarbeiten und Sport statt. Die exzellente Ausstattung des JCP sowie seine kompetenten Mitarbeiter_innen machen es möglich flexibel, individuell und zielgerichtet auf die Ideen der Jugendlichen einzugehen.

Die Projektangebote im Jugendclub Praunheim zeichnen sich durch ihre Kontinuität aus. Jugendliche erlernen über den Zeitraum der gemeinsamen Arbeit hinweg sowohl den Umgang mit dem jeweiligen Medium wie auch eine Vielzahl von Schlüsselkompetenzen. Darunter zum Beispiel: Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Denken in Zusammenhängen, Flexibilität, Selbstständigkeit, Kreativität, Problemlösefähigkeit, Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit, Ausdauer, Kritikfähigkeit, uvm. (vgl. Schaeper 2005, 4)

Die Fachkräfte des Jugendclubs Praunheim nehmen die einzelnen Jugendlichen ganzheitlich und vor dem Hintergrund ihrer Lebenswelt wahr. Alle Angebote des JCP dienen der Beziehungsbildung zu den Jugendlichen und schaffen Möglichkeiten, die Projekte als Medium zum Erlernen und Erproben von Schlüsselkompetenzen zu nutzen. Alle neuen Projekte und Entwicklungen werden fortwährend im Team besprochen. Ebenso werden Projektideen immer konzeptionell ausgearbeitet.

Die Öffnungszeiten der Einrichtung wurden erstens durch ausführliche Gespräche mit Jugendlichen, zweitens jahrelange Erfahrungen und drittens dem Anspruch einer möglichen Barrierefreiheit gestaltet. Ziel war es die Kernzeiten der Jugendlichen aufzugreifen und gleichermaßen eine einfache Struktur zu erzeugen.

 

Montag:         14:00-20:00

Dienstag:      14:00-21:00

Mittwoch:      14:00-20:00

Donnerstag: 14:00-21:00

Freitag:          14:00-20:00

 

Inhaltlich erhält jeder Wochentag ein bis zwei projektorientierte Schwerpunkte, die sich in den im weiteren Verlauf beschriebenen Arbeitsbereichen des JCP befinden. Abseits der Projektarbeit haben Besucher_innen genug Zeit und Freiräume eigenständig die Arbeit im JCP mitzugestalten oder auch selbstbestimmt ihre Freizeit zu verbringen.

 

5.1 Offene Angebote

Der offene Bereich im Jugendclub ist ein grundlegender Teil des pädagogischen Alltags. Die Räumlichkeit des Cafés bietet die Möglichkeit zur selbstbestimmten Zeitgestaltung und ist ein freier Raum für die Jugendlichen. Das Café ist jedem Clubbesucher, unabhängig von Tageszeit und anderen Veranstaltungen, zugänglich. Die Fachkräfte legen besonderen Wert auf die Selbstverantwortung der jungen Menschen für und in dem Café. Der offene Bereich wird für regelmäßige Veranstaltungen wie zum Beispiel Spiel- oder Kochabende genutzt.

Offene Angebote:

– Kochen

– Hausaufgabenbetreuung nach Bedarf

– Freie Computernutzung

– Spiel, Film, Sport

– Ausflüge

 

5.2 Film

Die Projektarbeit im Bereich Film besteht bereits seit über zehn Jahren als fester Bereich im Jugendclub. Hier erlernen die Jugendlichen das Erstellen eines Filmes mit allen Notwendigen Teilbereichen. Den Mitarbeiter_innen des Jugendclubs ist es hierbei ein besonderes Anliegen den Jugendlichen einen mediensensiblen Umgang mit dem Internet beizubringen. In Zeiten von Smartphones und sozialen Netzwerken geraten viele Filme unkontrolliert in das Internet und können unwiderrufliche Schädigungen an der Persönlichkeit anrichten. Die Mitarbeiter_innenr nutzen das Medium Film um den Jugendlichen sowohl das Potenzial von Filmen wie auch die dadurch entstehende Gefahr nahe zu legen. Darüber hinaus wird ein Gruppenorientierter Schaffungsprozess ermöglicht, welcher Schlüsselkompetenzen in der Persönlichkeit fördert. Hierbei sind besonders Selbstbewusstsein, Empathie und Gesprächsführung zu nennen.

Angebote / Film:

– Drehbuch schreiben

– Schauspielübungen

– Videokameraeinführung (Licht, Ton, Kamerabedienung)

– Produktion

– kreativer Umgang mit dem Medium Film

– Dokumentationen, Spielfilme, Stop-Motion, …

 

5.3 Fotografie

Der Projektbereich Fotografie existiert seit 2011. Seitdem konnte erreicht werden, dass nahezu alle öffentlichen Flyer, Fotos auf der Internetseite, Einladungen und auch Plakate digital mit Jugendlichen erstellt und bearbeitet wurden. Die Fotografie und die danach folgende digitale Bildbearbeitung bietet die Möglichkeit einer Konfrontation mit der eigenen Kreativität. So verlangt die Arbeit eine Auseinandersetzung mit Bildkompositionen und die Nachbearbeitung viel Geduld und Konzentration ab. Die Jugendlichen lernen sich intensiv mit einem Gegenstand auseinander zu setzen und diesen nach eigens entwickelter Vorstellung zu beeinflussen und zu verändern. Die Fotografie ermöglicht sowohl eine gute Grundlage zur Einzelarbeit aber auch für eine pädagogische Arbeit in Gruppen.

Angebot /Fotografie:

– Digitale Fotografie

– Kameraeinführung

– Theoretische Einführung

– Arbeiten mit Licht

– Digitale Bildbearbeitung

 

5.4 Musik

Der Musikbereich ist gleichermaßen wie der Filmbereich fest verwurzelt im JCP. So wurden bereits vor 30 Jahren Bands im Jugendclub betreut. Die Arbeit mit einzelnen Jugendlichen und auch mit Gruppen bietet vielseitige Möglichkeiten für die Persönlichkeitsbildung der Jugendlichen. So dient die Musik letztlich der Entwicklung und Weiterbildung von Schlüsselkompetenzen und schafft eine Beziehungsebene zwischen den Fachkräften und den Jugendlichen.

Angebot / Musik:

– Gesangs- & Instrumentenunterstützung

– Bandbetreuung

– Tonaufnahmen

– Musikproduktion

– Auftritte

– Kreativer Umgang mit Musik (z.B. Percussionworkshop)

 

5.5 Kreativangebote

Bei der kreativen Arbeit wird die eigene Kreativität der Jugendlichen durch ein vielfältiges Angebot angeregt. In den Projekten können die Jugendliche  die unterschiedlichsten gestalterischen Techniken und Materialien kennenlernen bzw. ausprobieren. Einzelne Projekte wie bspw. eine Kreativwerkstatt sind geschlechtshomogen ausgerichtet. Ein wichtiger Bestandteil ist eine regelmäßige Teilnahme. So wird ein Gruppenprozess geschaffen, der die Persönlichkeit der Jugendlichen fördert. Das Projekt hat nicht nur zum Ziel, dass sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Materialien und verschiedenen Techniken ausprobieren, sondern dass sie Erfahrungs- und Erprobungsräume geboten bekommen um ihre Handlungskompetenzen zu erhöhen. Wichtiger Bestandteil ist auch die Offenheit im Miteinander und die Förderung eines achtsamen Umgangs. Durch dieses niedrigschwellige Angebot wirken wir als Jugendhaus sozialen Ungleichheiten und Benachteiligungen entgegen. Die Themen werden gemeinsam mit den Jugendlichen festgelegt. Im Rahmen dieses Angebots wird eine kritische Auseinandersetzung und Reflexion über weltanschauliche Themen angeregt.

Angebote im Kreativbereich:

– Recycling

– Decoupage

– Raumgestaltung

– Nähen/ Basteln

– Handwerkliche Arbeiten mit Holz

– Stricken

 

5.6 Weitere Angebote

Zu den bereits genannten Projektbereichen des Jugendclubs werden in unregelmäßigen Abständen weitere Projekte angeboten. Hierzu zählten in der Vergangenheit unter anderem diverse Graffitiworkshops, Sportangebote, Fahrradwerkstatt, Teilnahme an Kochduellen und auch Übernachtungen im Club. Der JCP veranstaltet jährlich eine Jugendfreizeit welche die Möglichkeit einer besonderen Beziehungsarbeit bietet. Diese Freizeit, wie auch alle weiteren Angebote, die nicht ein fester Bestandteil der bestehenden Projektarbeit im Jugendclub Praunheim sind, werden mit den Jugendclubbesucher_innen besprochen und gemeinsam entschieden. Hierbei ist die Partizipation der Jugendlichen von besonderer Bedeutung. Stets gilt es die Ideen der Jugendlichen aufzugreifen.

Die freien Angebote richten sich nach den Bedürfnissen der Clubbesucher_innen und werden nach bestehenden Notwendigkeiten und bzw. oder nach Interessen entschieden. Daher sind sie zeitlich begrenzt.

 


6. Rahmenbedingungen

Der Standort bietet eine direkte Anbindung an den Niddapark und befindet sich in einer kaum befahrenen Seitenstraße. Die Räumlichkeiten des Jugendclubs teilen sich in zwei Wohnungen im ersten OG auf, welche jeweilig separat zugänglich sind. Zwischen diesen liegt das Büro. Eine Wohnung dient als offener Bereich mit großer Küche, großem Aufenthaltsraum, einer abgetrennten Sitzecke und sanitären Anlagen. Die zweite Wohnung ist als Projektbereich angelegt, der einen Videoschnittraum, Multifunktionsraum mit frei nutzbarer Fläche, Musikraum sowie Tonschnitt und Aufnahmekabine beinhaltet. So kann Projektarbeit parallel zu offener Arbeit stattfinden, ohne dass diese sich gegenseitig durch Störungen beeinflussen. Die Räumlichkeiten sind auf die derzeitige pädagogische Arbeit im Jugendclub ausgerichtet und sind von Vielfältigkeit und Flexibilität geprägt. Sie bieten den Jugendlichen die Möglichkeit ihre kulturellen Ausdrucksformen zu entdecken und zu praktizieren.

Das Personal im Jugendclub Praunheim besteht aus zwei Vollzeit Stellen. Diese sind durch Mitarbeiter_Innen zu besetzen, die imstande sind die Arbeitsbereiche des JCP zu betreuen. Darüber hinaus können, je nach Bedarf und finanziellen Mitteln, Honorarkräfte eingesetzt werden. Um die angebotene Arbeit weiterhin so bestehen zu lassen ist eine Beschäftigung von zwei Hauptamtlichen in Vollzeit zwingend erforderlich. Die hauptamtlichen Mitarbeiter_innen bemühen sich durch Supervision und/oder durch Fort- und Weiterbildungen um den innovativen Charakter der pädagogischen Arbeit.

 


Literaturverzeichnis

 

Böhnisch, Lothar (2012): Sozialpädagogik der Lebensentwürfe – Eine Einführung, 6. überarb. Aufl., Weinheim/ u.A.: Juventa.

Dannenbeck, Clemens (2014): Inklusive Kinder- und Jugendarbeit? Diskursbeobachtungen im Feld Sozialer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, In: Deutsche Jugend, Heft 11, Jg. 62, 487-492.

Frankfurt am Main (2001): Qualitätskriterien für die offene Kinder- und Jugendarbeit in Frankfurt am Main, Frankfurt am Main.

Schaeper, Dr. Hildegard (2005): Was sind Schlüsselkompetenzen, warum sind sie wichtig und wie können sie gefördert werden? – AKC-Jahrestagung 2005, online im Internet: http://www.dzhw.eu/pdf/pub_vt/22/2005_06_04_Vortrag_SQ_Giessen.pdf (Stand: 10.09.2016).

Statistisches Bundesamt (2010): Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe – Einrichtungen und tätige Personen (ohne Tageseinrichtungen für Kinder), online im Internet: 46https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Soziales/KinderJugendhilfe/S onstigeEinrichtungen5225403109004.pdf?__blob=publicationFile [Stand: 20.05.12].

 

[*] Mit dem Sternchen* wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Geschlecht mehr ist als die binäre Vorstellung und Zuordnung von Personen zu zwei eindeutigen Geschlechtern. Der Jugendclub möchte Raum schaffen Identität abseits der Norm zu entdecken und leben.